Arthrose - Schmerz im Gelenk

Keine Standardbehandlung für die Arthrose: Kombination ist der goldene Mittelweg

Die Maßnahmen bei arthrotischen Schmerzen können medikamentös oder nicht medikamentös sein. Oft werden die Maßnahmen miteinander kombiniert, um den gewünschten therapeutischen Erfolg zu erreichen. Das medikamentöse Arsenal, das in erster Linie bei Arthrosepatienten eingesetzt wird, reicht vom einfachen Schmerzmittel bis zu den intraartikulären Injektionen.

In der Regel werden zu Beginn und solange wie möglich zur Bekämpfung der Schmerzen die am wenigsten toxischen, medikamentösen Maßnahmen eingesetzt. Das sind hauptsächlich reine Schmerzmittel (Paracetamol), lokal wirksame, nicht steroidale Entzündungshemmer in Form von Gels oder Pflastern (zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen) und eine neuerdings definierte Gruppe von Substanzen, die eine langsame, aber anhaltende symptomatische Wirkung ausüben (Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat). In der Regel kann mit der Kombination dieser Medikamente ein großer Teil der Arthroseschmerzen kontrolliert werden.

Falls die Schmerzen weiterbestehen, können die nicht steroidalen Entzündungshemmer auch durch den Mund (oral) verabreicht werden. Oft haben diese oralen, nicht steroidalen Entzündungshemmer Nebenwirkungen, insbesondere im Magen-Darm-Trakt. Da diese Nebenwirkungen bekannt sind, muss bei langfristiger Einnahme oft eine Zusatzmedikation gegeben werden, die die Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt mildert. Als Alternative zu den oralen, nicht steroidalen Entzündungshemmern sind vor rund 10 Jahren spezifischere Entzündungshemmer auf den Markt gekommen (Wirkstoffgruppe bekannt als COX-2-Hemmer), die mit Sicht auf den Magen-Darm-Trakt besser verträglich sind, jedoch andere Unverträglichkeiten aufweisen.

Wenn die Schmerzen trotz allem weiterbestehen

Häufig kommt es vor – besonders im fortgeschrittenen Zustand der Arthrose –, dass Schmerzen mit den vorher beschriebenen Arzneimitteln nicht unter Kontrolle gebracht werden können oder dass der Patient diese Medikamente aus verschiedenen Gründen nicht verträgt. Es kann im Verlauf der Arthrose auch passieren, dass sich im Gelenk eine sehr starke Entzündung bildet, die dann zu einer massiven Ansammlung von Flüssigkeit im Gelenk (Gelenkerguss) führt und somit als Notfall behandelt werden muss.

In solchen Situationen muss der Arzt neben den bereits beschriebenen Maßnahmen weitere Handlungen lokal am Gelenk durchführen. Die überschüssige Flüssigkeit im Gelenk muss mit einer Spritze und einer Kanüle entfernt werden, und damit die Entzündung sofort abklingt, muss der Arzt eine Kortisoninjektion im Gelenk vornehmen. Kortison ist, in das Gelenk gegeben, sehr wirksam und gut verträglich. Die Wirkung des Kortisons hält in der Regel 4 bis 5 Wochen an.

Um die Schmerzen bei der Arthrose besser und länger in den Griff zu bekommen, werden nach der Kortisoninjektion oft auch Hyaluronsäure-Präparate in das Gelenk gespritzt. Diese in das Gelenk gespritzte Hyaluronsäure hat die Fähigkeit, die natürlichen Schmiereigenschaften der Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) dauerhaft wiederherzustellen. Die Reduktion der Schmerzen und die Verbesserung der Gelenkmobilität dauern in der Regel über Monate an.

Zu den sogenannten nicht medikamentösen Maßnahmen, die bei Arthrosepatienten wirksam sind, gehören die Aufklärung über die Krankheit, die Bewegung und die Gewichtskontrolle. Die Gewichtsreduktion hat bekanntermaßen einen günstigen Einfluss auf die Schmerzen, insbesondere bei den tragenden Gelenken wie Knie, Hüfte oder Rücken, weil damit die Last auf dem Gewebe reduziert wird. Auch regelmäßige Bewegung ist hilfreich, weil damit die Durchblutung des Gewebes gefördert wird. Anders als man früher glaubte, sollen Arthrosepatienten nicht ruhen, sondern regelmäßig in Bewegung bleiben, weil damit Muskeln, Sehnen und Bänder in Form bleiben.